Deutsches Atlantikwall-Archiv

Aalborg

 

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Der Verteidigungsbereich  Aalborg

Stand 03.08.2017

Der interessierte Laie fragt sich, warum eine Stadt wie Aalborg, im Hinterland gelegen, eine solche Bedeutung zugemessen bekam.

Bei näherer Betrachtung erkennt man die beherrschende Lage am Ostseezugang des Limfjordes, vor allem die luftstrategische Lage zu Großbritannien und die Möglichkeit zum Einsatz von Seeflugzeugen. L 401A der FlaBttr Vadum, flankierende Anlage

Die Befestigungsanlagen, die rund um Aalborg errichtet wurden, tragen dem Rechnung und konzentrieren sich vor allem auf den Schutz des Fliegerhorstes gegen feindliche Luftangriffe. Der Schutz gegen feindliche Infanterie besteht meistens aus kleinen Widerstandsnestern, die mit Unterständen für die Besatzung und auf Ringständen aufgesetzten Kampfwagentürmen ausgerüstet waren. Bis vor einigen Jahren waren noch einige dieser Türme zu sehen. Heute sind diese leider abgebaut. Schade, aber immerhin wurden sie gerettet und sind nun im Verteidigungsmuseum von Aalborg zu sehen.

FlaZug LINDHOLM I, Stellungsgelände Lehrreich für Dioramenbauer sind die auffindbaren Kleinstwiderstandsnester allemal. Die Ringstände sind auf dem Bild links, auch heute noch anschaulich, per Laufgräben an einen Doppelgruppenunterstand angebunden.
 

Tief im Hinterland gelegen, ist ein umlaufender Befestigungsring um Aalborg herum nicht ganz fertiggestellt worden, die Lücken zwischen den einzelnen Stützpunkten sind mitunter recht groß.

Die sich auf frei begehbaren Gelände befindlichen leichten Flugabwehrzüge sind prinzipiell gleich ausgestattet:

L 409A des FlaZuges Vester Halme, Eingang zur Bettung
 
L 411A des FlaZuges LINDHOLM I, Panzertor 722 P3 Zu einem Zuggefechtsstand mit Geschützbettung (L 410A) gesellen sich zwei Geschützstände für leichte Flak (L 409A) mit Bereitschaftsräumen für die Besatzung, für die Auffüll-Chargierung wurde ein Munitionsstand (L 413A) erstellt und gegen nächtliche Angriffe existiert in fast jeder Stellung ein Scheinwerferunterstellraum (L 411A), in dem ein 60 cm Scheinwerfer untergebracht war. [1]

Die Waffenstände sind üblicherweise dreiecksförmig im Gelände eingepaßt. Zusätzliche Bereitschafts- oder Munitionsbunker befinden sich meist innerhalb dieses Dreiecks. Die Stellungen besitzen noch ansatzweise ihre Lauf- und Verbindungsgräben.

Die Bauwerke sind bautechnisch gut bis sehr gut erhalten und man findet noch viele ihrer Panzerteile in recht gutem Zustand, zum Beispiel auch eine zweiflügelige Panzertür 882 P7 (Bild rechts).

L 411A des FlaZuges Vester Halme, Mannlochverschluß einer Panzertür

L 409A des FlaZuges LINDHOLM I, Verbindungsmanschette
 
Die schweren Flugabwehrbatterien sind ebenfalls noch vollständig erhalten. Neben den üblichen Kampf-, Munitions- und Scheinwerferbunkern sind hier noch die B I- und B II-Stände für die Feuerleitung zu finden. Sonst kaum noch am Atlantikwall zu finden sind die Betonrollen, die die Bettung verstärken sollten. FlaBttr Vadum, Betonrollen zur Bettungsrandverstärkung

Interessant ist das Vorhandensein von Kasematten des Typs L 416A - speziell für den Einsatz schwerer Flugabwehrkanonen an der Flugplatzperipherie zum Schutz der Start- und Landebahnen entwickelt. [2]

Wie auch in Karup existiert auf dem Flughafen Aalborg ein militärischer Teil, der nicht betreten werden darf. Hier befinden sich noch einige festungstechnische Leckerbissen, wie beispielsweise 2 cm Flak unter einem umgearbeiteten 6-Schartenturm.[2] Für 2 cm Flak modifizierter 6-Schartenturm in Baustärke D

 

 

Zur Vertiefung:

[1]  Eine nähere Beschreibung mit Rißzeichnungen der eingesetzten Bauwerkstypen L 409A / L 410A / L 411A und L 413A sowie deren (ebenfalls in Dänemark eingesetzten) Vorläufermuster befindet sich in unserem Sonderband 14
[2] Bilder und Pläne vom Ringstand des Typs 261 mit 2 cm Flak unter Panzer befinden sich in unserem Sonderband 26

  

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Stand: 17. Dezember 2016

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