Deutsches Atlantikwall-Archiv

Frederikshavn

 

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Verteidigungsbereich Frederikshavn

Stand 03.08.2017

Pulverturm in Frederikshavn Die Hafenstadt Frederikshavn, heute ein Tor zur skandinavischen Halbinsel, hatte schon immer eine strategisch wichtige Bedeutung zum Schutz des Kattegat. Nicht nur die aktuelle dänische Marine hat heute hier eine Basis, die Stadt war auch schon weit vor der Brisanzgeschoßkrise eine Festung.
 
Die Deutschen erhoben die Stadt aufgrund ihrer Größe und Lage immerhin zu einem Verteidigungsbereich. Im Gegensatz zu den oft schwer bestückten Festungsbereichen Frankreichs wurden hier aber nur zwei schwere Seezielbatterien und zwei schwere Flugabwehrbatterien errichtet.

M 270 mit 15cm Geschütz M/23 L/45 dän. Fertigung

 
 M 162aSK, Leitstand Diese Batterien, der Hafenbereich und der kleine Fliegerhorst erhielten leichte Flugabwehrkanonen zum Schutz gegen Tiefflieger. Im Landesinneren gab es einen Ansatz zum Schutz gegen landseitig angreifende Feindkräfte in Form eines Panzergrabens, einer Höckerlinie und einigen wenigen Bauwerken in vollfestungsmäßiger Bauweise. 
 
Dieser Schutzring zog sich halbkreisförmig um die westlichen Stadtteile. Seine räumliche Ausdehnung - wiederum im Vergleich zu französischen Gegebenheiten, war relativ gering.
Die schwerste Batterie - die Sperrbatterie Süd - befindet sich im Süden der Stadt, in der Nähe des Bangsbo-Museums (dessen Besuch man unbedingt einplanen sollte).

Die Einfahrt zum Bangsbö-Museum

 

M 270 mit 15cm Geschütz M/23 L/45 dän. Fertigung

Heute museal gepflegt, sind die Bauwerke bestens erhalten. Ein Leckerbissen der besonderen Art sind die Geschützkasematten. Durch den Schutz der dänischen Heimwehr haben die Geschütze bis heute überlebt.
 
Nach Ende des Kalten Krieges dienten sie mehr und mehr touristischen Zwecken, vor allem aber der Weiterbildung dänischer Marineartillerieoffiziere. Bei unseren Besuchen in den letzten Jahren haben wir fleißig die Richträder zum Schwenken des Geschützes ausprobiert und waren begeistert. 2005 entstand hier ein neues Museum.

R 628, Zugang

 
Ringstand zum Schutz der Batteriezufahrt

R 635, Nahverteidigungsscharte mit dänischer Tarnbemalung

 
Die Bauwerke der schweren Flugabwehrbatterie (FlaBttr Süd) befinden sich (noch) auf dem inneren militärischen Sicherheitsbereich. Auch sie sollen demnächst zugänglich gemacht werden.

Der Besuch des Geländes und des Museums ist uneingeschränkt empfehlenswert!

Museum der Sperrbatterie Süd

 

 
FlaBttr Nord kurz nach Eröffnung als Freilichtmuseum Im Hafen der Stadt kann man fast keine Reste der deutschen Besatzungszeit mehr finden. Interessant dagegen war der Besuch der FlaBttr Nord, die mit einigen ihrer Bauwerke zu einem Freilichtmuseum avancierte, welches leider mittlerweile wieder geschlossen wurde weil die Bauten nach und nach dem Wohn- und Freizeitpark weichen mußten.
 
 
Zu besichtigen waren einige Bettungen, auch mit reinstalliertem Geschütz sowie der Leitstand der Batterie, dem die Museumsleitung eine E-Meßkuppel 'spendiert' hatte. Leider ohne Interieur.
 

Kommandogerätkuppel der FlaBttr Nord

Bettung mit reinstalliertem Geschütz

 

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Nachrichten 47 - Das Museum auf dem Pikkerbakken / Frederikshaven (02/2006)
[2] DAWA Sonderband 15 - Militärmuseen in Dänemark 

   

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Stand: 17. Dezember 2016

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