Deutsches Atlantikwall-Archiv

Harböre

 

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Region Harböre

Stand 21.05.2009

Zwischen dem (bunker-)touristisch immerhin recht bekannten Hanstholm und den Badestränden Westjütlands liegt, relativ unbeachtet, der Küstenlandstrich südwestlich von Harböre. Eigentlich zu Unrecht. Hier kann man, abseits von den benachbarten Bunkerzentren Thyborön und Söndervig noch so manchen (fotografischen) Fund ergattern.

Der Strandabschnitt westlich Harböre Snack bei Nörre Vrist

Wichtig in dieser Gegend ist es, vor allem im küstennahen Hinterland die Augen offen zu halten. Selten für Dänemark und sonst eher in Frankreich üblich, befinden sich die Heeresküstenbatterien einige Kilometer im Inland.
Die HKB Törring beispielsweise hatte ihre Schußsektoren nach Nordwest ausgerichtet, um den Limfjordzugang bei Thyborön unter Beschuß nehmen zu können.

Rückseite der HKB Törring - Rückseite eines R 669 für Feldgeschütz HKB Törring - Bettung für 122 mm schwere Feldhaubitze 396 (r) 
 
Bei Kriegsende noch nicht fertiggestellt, war diese 19./HKAR 180 bei Törring mit vier 122 mm sFH 396 russischer Bauart ausgestattet. Mit der effektiven Schußweite von 12km konnte die Limfjordmündung gerade noch, dafür die Landzunge südlich Thyborön aber sehr gut unter Feuer genommen werden. HKB Törring - Eingang zum Ringstand und Geschützeinfahrt

Etwas weiter südwestlich, direkt an der A 181 beim Gehöft Dronninglund, war eine weitere 122mm Batterie stationiert. Für den Bunkerforscher eher unspektakulär (die Geschütze waren feldmäßig aufgestellt, die erhaltenen Bauwerke sind bis auf den geplünderten R 613 größtenteils verschüttet), ist die Stellung aber für den Touristen wegen des Aussichtshügels desto interessanter.
 
Dronninglund Oststellung - Dach des feldmäßigen Beobachters Feldmäßiger Beobachtungsstand

Neben der herrlichen Aussicht auf die Küste findet man viele Hügelgräber aus vergangenen Zeiten - die Wahl fällt schwer, ob es sich um Grabhügel oder verschüttete Regelbauten handelt. Mittlerweile sind die auf Privatgrund liegenden Bauwerke verschlossen und lohnen keine Begehung mehr. Achtung! Auf dem Gelände des Gutshofes Dronninglund  laufen Hunde frei herum, der Besitzer möchte von Bunkerforschern unbelästigt bleiben.

Ihre Familie will baden? Gut, fahren wir zurück nach Harböre! In Vrist gibt es jede Menge strandnahe Haltemöglichkeiten, um Ehefrau und Kinder samt Badematten und Handtüchern an den Strand zu entlassen. Der Bunkerfreund dagegen wird längs der Bahnline Thyborön - Lemvig einer anderen Beschäftigung nachgehen wollen. In den Weilern Langerhuse, Nörre Vrist [1], Sönder Vrist und Vejlby gibt es etliche gut erhaltene Bauwerke zu entdecken, die neben dem indirekten Strandschutz auch dem Schutz der Bahnlinie dienten. R 680 bei Flyholm / Nörre Vrist

Den Abend könnte man in Ferring verbringen und 'nebenbei' einige Bauwerke des dortigen Stützpunktes und der Funkmeßanlage beim Leuchtturm Bovbjerg besuchen.

R 610 mit ordnungsgemäß geschalten Funkpyramiden Blick auf den Leuchtturm Bovbjerg mit vorgelagerter Funkmeßstellung

Falls Sie auf der A 28 von Süden nach Lemvig oder von dort nach Ulfborg unterwegs sind, sollten sie übrigens nicht vergessen, dem Flugfeld Rom (natürlich eher den umliegenden deutschen Regelbauten) einen Besuch abzustatten. Als erstes sollten man dabei den R 118 (auf Ausschilderung an der Hauptstraße achten!) aufsuchen, der als Museumsbunker begehbar gemacht wurde und einige Lageskizzen [2] enthält, die der besseren Orientierung dienen können.

R 118 am westlichen Rand des Flugfeldes Rom - Eingang 

 

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Nachrichten 37 (weitere Bilder und Erläuterungen zum R 680
[2] DAWA Sonderband 15 Militärmuseen in Dänemark
(Lageplan des Flugfeldes Rom mit weiteren Bildern) 

 

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Stand: 17. Dezember 2016

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