Deutsches Atlantikwall-Archiv

Le Verdon

 

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Die Festung Gironde Süd

Stand 30.08.2011

Die Festung Gironde Süd umfaßte die Ortschaften Le Verdon und Soulac-sur-Mer sowie Montalivet im Vorfeld der Festung.

Zusammen mit der Festung Gironde Nord (Royan) sicherte sie die hier nur wenige tausend Meter breite Gironde-Mündung, die man heute mit einer Autofähre überqueren kann. Blick über die Gironde-Mündung auf die Pointe de Vallieres östlich von Royan

Die äußere Festungsgrenze verlief etwa ab Montalivet Richtung Osten über St. Vivien quer durch die Halbinsel. Gegen Norden wurden weitere Verteidigungsriegel errichtet, deren Ausbaustufe jedoch nur feldmäßigen Charakter hatte.

R 667 für 5 cm Kwk Schwer gesichert waren die Strände Richtung Norden. Hier finden sich sehr viele Bauwerke für die 5 cm Kampfwagenkanone oder leichte Panzerabwehrgeschütze.

Oft waren diese in Gruppen zusammengefaßt. Man kann gut die Auswirkung von Hitlers Verschartungsbefehl erkennen: Zu jeder offenen Bettung für 5 cm Kwk gesellt sich ein Schartenstand, in dem die Waffe 1944 eingebaut wurde, nachdem man sie von ihrer offenen Aufstellung demontiert hatte.
 
Bettung für 5 cm Kwk R 600 für 5 cm Kwk
R 680 südlich Soulac in den 80er Jahren  Im Medoc waren in den letzten Jahren Graffitti-Künstler am Werk. Der R 680 südlich Soulac ist kaum noch wiederzuerkennen.
R 680 im Jahre 2005 R 680 im Jahre 2005

Nördlich des Ortes wurde die MKB Les Arros zu einem Freilichtmuseum erklärt. Diese Sperrbatterie weist als Besonderheit zwei R 670 auf, die hier zur flankierenden Wirkung eingesetzt wurden.

Leitstand M 157 der MKB Les Arros M 270 der MKB Les Arros
R 670 als Flankierungsstand der MKB Les Arros L 485alt - Stand für MAMMUT

Zwischen den einzelnen Batteriestellungen findet man auch noch heute Reste deutscher Funkmeßanlagen.

Sockel für FuSE 65 südlich der Pte St. Nicolas

An der äußersten Spitze westlich Le Verdon reihten sich Bunker an Bunker, die heute aber größtenteils unter den Dünen begraben sind. Hier waren mehrere Küsten- und Sperrbatterien auf engstem Raum vereinigt, die von einem Schmalspureisenbahnsystem versorgt werden konnten.

Reste eines Feldbahnflachwaggons Reste eines Feldbahnflachwaggons
Leitstand R 636a als Fundament für eine Seefunkstelle Neben dem R 636a befindet sich unter jeder Düne ein Bunker.
M 178 - Leitstand des Artilleriekommandeurs Einer der zahlreichen R 671

Im Osten der Halbinsel war zudem eine Eisenbahnbatterie eingesetzt, deren Munitionsbunker heute ebenfalls noch zu sehen sind.

Munitionsbunker der EBttr Le Verdon

Am ehemaligen Seebahnhof, dessen Pier von den Deutschen gesprengt wurde, befand sich ein betoniertes Tanklager, gesichert von teilfestungsmäßig eingebauter leichter Flak.

Öltank

Der Fährhafen wurde sowohl von leichter Flak wie auch von Infanteriebauwerken gesichert. Im Fort war neben einer Schirrmeisterei leichte Flak stationiert.

Scheinwerferunterstand auf der äußersten Spitze

Die Fotos aus dem Jahr 2005 stellte uns Herr Wolfgang Bröker aus Kempen zur Verfügung, dem wir wir an dieser Stelle herzlich für die ausgewählt schönen Aufnahmen danken möchten.
  

Zur Vertiefung:

[1] DAWA Sonderband 5 - Die 5 cm Kampfwagenkanone im Atlantikwall
[2] DAWA Sonderband 10 - Die Regelbauten des Heeres im Atlantikwall 
[3] DAWA Sonderband 30 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 1
[4]  DAWA Sonderband 31 - Bildband Heeresregelbauten, Teil 2
 

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Stand: 23. Mai 2007