Deutsches Atlantikwall-Archiv

Der Westwall

 

Zurück
Bauprogramme
Festungspioniere
Ausbaustärken
B-Werke
Westwall heute

Stand 01.05.2013

Regelbau 10b1 bei Reifferscheid [GST]

Der Westwall entsteht

Der direkte Vorläufer des Atlantikwalls, den man in seiner anfänglichen Bauphase 1941-1942 auch als 'Neuen Westwall' bezeichnete, war die bei den Westalliierten unter 'Siegfried-Linie' bekannte Verteidigungsstellung, die das damalige Deutsche Reich vornehmlich gegen Angriffe der Franzosen schützen sollte.

In Deutschland von der nationalsozialistischen Propaganda als 'Westwall' tituliert, zogen sich dessen betonierte Anlagen auf einer Länge von etwa 630 km von Kleve (Rindern) im Norden entlang der deutschen Reichsgrenze über Aachen, quer durch die Eifel, entlang der Saar und des Hunsrücks, quer durch den Pfalzwald und dann entlang des Rheins bis Weil am Rhein (gegenüber von Basel). Ein kleines Stück wurde er von dort bis nach Riedmatt (Rheinfelden) nach Osten gezogen.

Höckerlinie in der Schneeifel Höckerlinie in der Schneeifel


 

Die verschiedenen Bauphasen des Westwalls

In den wenigen Jahren seiner Bauzeit 1936 bis 1940 trug man der gesteigerten Angriffswaffenwirkung Rechnung, indem immer weiter verstärkte Anlagenentwürfe verschiedener Bauprogramme in unterschiedlichen Ausbaustufen zur Anwendung kamen. Innerhalb kürzester Zeit entstanden durch die perfektionierte Anwendung der sogenannten 'Regelbautechnik', die eine Herstellung im Fließbandverfahren ermöglichte, tausende von Bunkerbauwerken. Man machte sich hierbei die Erfahrungen von Standardisierungen aus dem I. Weltkrieg und von Versuchsbauten zunutze, die man vor allem im Osten als erste Sperrlinien erstellte. Im Gegensatz zu den grob linearen Verteidigungsstellungen anderer Länder waren die Kampfstände des Westwalls stärker in der Tiefe des Festungskampffeldes gestaffelt und bestanden hauptsächlich aus einzelnen Kampf- oder Schutzanlagen. Eine Ausnahme davon bildeten die B-Werke, die mehrere Waffen in einem Bauwerk vereinten und auf den Erfahrungen mit dem Bau der Anlagen im Osten Deutschlands fußten. Geplant wurden diese Anlagen von einer speziellen Truppengattung, den Festungspionieren.

Höckerline, Typ 1938 in Paustenbach

Angriff auf den Westwall

Ob der Westwall auf dem Höhepunkt seiner Bautechnik jemals einem konzentrischen Angriff standgehalten hätte, bleibt Spekulation. 1944 jedenfalls, als amerikanische Streitkräfte zum ersten Mal Berührung mit dessen Verteidigungsanlagen bekamen, konnte der Westwall nicht mehr als vollwertig bezeichnet werden: die Anlagen waren taktisch veraltet, waffentechnisch zugunsten des Atlantikwalls ausgeschlachtet und die vorgesehene Besatzung war alles andere als motiviert.

Trümmer bei Berk [DSK] Es kam, wie es kommen mußte: die Befestigungsanlagen hielten dem Ansturm neuer Angriffsmittel nicht stand und auch diese - damals bereits fast legendäre - Verteidigungsstellung wurde an mehreren Stellen im Spätherbst 1944 punktuell durchbrochen.
Wenige Wochen noch bildete sie das mentale Rückgrat für die deutsche 'Ardennenoffensive', um wenig später auf breiter Front nach deren Scheitern endgültig durchbrochen zu werden.

In unseren DAWA Nachrichten versuchen wir, noch vorhandene, meist gut im Dickicht versteckte Reste dieser einst als unbezwingbar geltenden Befestigungslinie aufzuzeigen, um einen erfolgreichen letzten Besuch dieser nicht weniger interessanten Anlagen zu ermöglichen.
 

Zur Vertiefung:

[1]

DAWA Nachrichten 25/26 - Der Westwall im Münsterbusch bei Aachen

[2]

DAWA Nachrichten 27 - Der Westwall auf dem Buhlert (Nordeifel)

[3]

DAWA Nachrichten 31 - Das B-Werk Katzenkopf bei Irrel, Der Westwall bei Roetgen

[4]

DAWA Nachrichten 36 - Brückensicherungswerke der LVZ West

[5]

DAWA Nachrichten 37  - Westwallanlagen auf dem Gelände der Röhrenwerke Bous

[6]

DAWA Nachrichten 38 - Die LVZ Infanterie-Verteidigungszone südwestl. Idar-Oberstein

[7]

DAWA Nachrichten 39 - Sonderkonstruktionen im Raum Reifferscheid

[8]

DAWA Nachrichten 40 - Der Ettlinger Riegel

[9]

DAWA Nachrichten 41 - Festungsfrevel bei Völklingen

[10]

DAWA Nachrichten 42 - Die Moselpforte

[11]

DAWA Sonderband 10 - Heeresregelbauten des Atlantikwalls
(mit Grundrissen der Westwall-Regelbauten, die auch am Atlantikwall erstellt wurden)

[12]

DAWA Sonderband 13 - Panzersperren und andere Hindernisse
(mit Rißzeichnungen von Hindernissen, die zur Zeit des Westwalls entwickelt wurden)

[13]

DAWA Sonderband 16 - Militärmuseen in Deutschland
(mit Erwähnung besichtigenswerter Anlagen)

     

Die Westwallseiten werden mit Unterstützung von Daniel Schellenberger zusammengestellt. Fragen, die den Westwall betreffen, sollten direkt gerichtet werden an:

sionpetrus#@#hotmail.com

(ohne # !) 

 

Eine wichtige Anmerkung:

uns erreichen immer wieder fordernde Mails mit der bös gemeinten Kritik (nicht zu verwechseln mit einer Anregung!),
daß dies oder jenes nicht behandelt würde.

Wir weisen an dieser Stelle noch einmal darauf hin, daß wir eigentlich als (Hobby-) Verlag

B ü c h e r   v e r k a u f e n   w o l l e n,

für die wir Tage und Wochen unserer Freizeit geopfert, hunderttausende Kilometer in unseren Urlauben verfahren und mit Recherchen verbracht haben. Letztendlich finanzieren unsere Publikationen auch diesen Internet-Auftritt.

Unser für jedermann kostenloser und vollkommen werbefreier Internet-Auftritt ist weder ein Nachschlagewerk
noch eine vollständige Westwall-Abhandlung -
und auch nicht als solches gedacht.

Unsere Seiten sollen lediglich den Begriff Westwall für den Nichteingeweihten erläutern.

Viele der Fragen werden in unseren zahlreichen Artikeln und Sonderbänden über den Westwall beantwortet!

 

 

 
 

Willkommen ] Bauprogramme ] Festungspioniere ] Ausbaustärken ] B-Werke ] Westwall heute ]

Stand: 15. August 2013

Impressum
Harry Lippmann, Schmittgasse 151, D - 51143 Köln  - Telefon: (02203) 87818
Harry.Lippmann@deutschesatlantikwallarchiv.de